Zeit ist ein wichtiges Gut in der Pflege – Plambeck zu Besuch im Haus Waldeck

Der CDU-Landtagsbageordnete Ole Christopher Plambeck (links)  und Geschäftsführer Oliver Mees

Bad Bramstedt – Der CDU-Landtagsabgeordnete  Ole-Christopher Plambeck besuchte das Haus Waldeck Pflegeheim im Kurgebiet Bad Bramstedt.

Das Pflegeheim wird von der Familie Mees geleitet. Oliver Mees ist Geschäftsführer und stellte dem Landtagsabgeordneten die Einrichtung vor: „Zu unserer  Einrichtung gehören zwei Häuser (der offene und der geschlossene Wohnbereich), in denen 82 Pflegeplätze für ältere, physisch, psychisch und neurologisch erkrankte Menschen anbieten. In beiden Häusern haben wir insgesamt 8 Wohngruppen mit familienähnlichen Strukturen.“

Plambeck zeigte sich über den Betreuungsschlüssel erstaunt. Rund 100 Mitarbeiter kümmern sich um 82 pflegebedürftige Menschen. Das Haus Waldeck zählt mit zu den größeren privaten Demenzeinrichtungen im Land. „Durch den höheren Betreuungsschlüssel können wir den Menschen bei uns das geben, was in der Pflege oft zu kurz kommt, nämlich Zeit“, erläutert Oliver Mees.

Das Zeitproblem kommt nicht von ungefähr. In der Pflege fehlen vielen Fachkräfte, weil der Beruf nicht attraktiv erscheint. Zudem kommen hohe Dokumentationsverpflichtungen, gerade  gegenüber Versicherungen. „Alle zwei Stunden sind bis zu 20 Minuten Zeit notwendig, um die Dokumentation zu erfüllen, Zeit die von der Pflege am Menschen verloren geht“, so Mees.

Zudem stößt bei Mees auf Unverständnis, dass er mit manchen Behörden nicht digital kommunizieren kann. Die Anmeldung eines zu pflegenden Menschen bedeutet Unterlagen zwischen 30 und 50 Seiten, die immer noch per Post an die Verwaltung geschickt werden müssen. Zudem kommt erschwerend hinzu, dass in fast jedem Kreis unterschiedliche Unterlagen gefordert werden. „Leider ist das Thema e-Government in diesem Bereich noch nicht angekommen“, so Mees.

„Die Vereinheitlichung durch ein Formbogen und die digitale Kommunikation ist ein richtiger Schritt, den wir gehen müssen, um weniger Zeit für die Verwaltung und mehr Zeit für die Pflege zu bekommen“, so Plambeck zu den Hinweisen von Oliver Mees.

„Geregelte Arbeitszeiten, gute Bezahlung und vor allem die gesellschaftliche Anerkennung sind Kernelemente zur Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufes,“ ist Plambeck überzeugt. Und der Nachwuchs wird mehr denn je gebraucht, da immer mehr Menschen pflegebedürftig werden. „Es geht vor allem auch um einen würdevollen Umgang mit pflegebedürftigen Menschen“, so Plambeck.

Oliver Mees wünscht sich vor allem mehr Flexibilität mit dem Umgang der Pflegebudgets. „Bisher sind die einzelnen Budgets zu fest zu geteilt, was eine gute Versorgung nicht leicht macht. Es muss sich noch viel in der Pflege ändern,“ so Mees.

„Ich nehme hier viele  Eindrücke mit nach Kiel. Würdevolle Pflege ist eines unserer größten gesellschaftlichen Aufgaben, denen wir uns Stellen müssen“, so Plambeck abschließend.

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